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Die Sandspieltherapie ist eine kreative, nonverbale Methode, bei der man mit einer Fülle von Miniaturen im Sandkasten eine eigene Welt bauen kann. Die Methode wurde von Dora Kalff (1904-1990) in der Schweiz entwickelt und wird jetzt mit Menschen aller Altersstufen in vielen Kontexten eingesetzt. Zwei Sandkästen stehen auf Tischhöhe, jeweils mit trockenem oder nassem Sand, zu Verfügung. Die Kästen haben eine Größe, die ungefähr das menschliche Blickfeld entspricht. Die Seiten und der Boden des Kastens sind blau, so dass Wasser oder Himmel entstehen kann.

Es gibt hier keine Regeln: man kann mit oder ohne Figuren bauen, so wie man will. So können innere Bilder spielerisch entstehen und sichtbar werden. Auch wenn die Bilder nicht gedeutet werden, schauen wir uns das Sandbild zusammen an, und gehen ein bisschen in dem Bild spazieren, so zu sagen. Das Sandspiel wirkt auf vielen Ebenen heilsam: nicht nur der Individuationsprozess (nach C. G. Jung) wird angestoßen, sondern das Sandspiel wirkt auch durch das Einlassen auf das Spielen in der Stille, das Geschehen lassen und das Aufgeben von Kontrolle, durch die Berührung vom Sand, durch die Kraft der verwendeten Symbole, durch das Sichtbarmachen von Inneres. Es werden manchmal intensive Gefühle mobilisiert, was auch heilsam wirken kann. Diese Methode ist schwer in Worte zu beschreiben, vor allem Erwachsenen gegenüber; Kinder dagegen verstehen auf Anhieb, was möglich ist. Meine Erfahrung ist, dass das Sandspiel nicht nur bereichern kann sondern auch dem therapeutischen Prozess wesentliche Impulse geben kann, die im Gespräch so nicht entstehen würden. Neugierig geworden?

„Im Sandspiel wird es sofort klar, dass die Person seine Tiefe erfährt und sich seiner Ganzheit im Spiel annähert. Im Spiel versunken ist es möglich, ein inneres Bild ohne Sprache sichtbar zu machen. Eine nichtverbale Beziehung zwischen dem inneren Bild  und der äußeren Realität wird dabei hergestellt.“ Dora Kalff

„…Mitgefühl, Verständnis und Annahme der Person, nicht kritisieren, sondern vollständig da sein. Meine grundsätzliche Idee ist, freien Raum für den Klienten herzustellen, vollständig frei, aber auch geschützt. Innerhalb dieses Rahmens kann alles passieren, was zu dieser Person gehört…“ Dora Kalff

Literatur:

Ruth Ammann, Heilende Bilder der Seele

Dora Kalff, Sandspiel: Seine therapeutische Wirkung auf der Psyche


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